Mobility Infos

ADFC startet Aktionsprogramm „Fahrradland Deutschland. Jetzt!“

Vor der Bundestagswahl 2017 soll die Politik aufgerüttelt werden

Berlin. „Deutschland braucht die Verkehrswende. Und die Verkehrswende braucht das Fahrrad.“ Unter diesem Motto hat der 160.000 Mitglieder starke Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) am 8. Juni 2017 sein Aktionsprogramm „Fahrradland Deutschland. Jetzt!“ gestartet. ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Seit Jahren hören wir politische Bekenntnisse zum Fahrrad – aber auf den Straßen tut sich so gut wie nichts. Es genügt nicht, Streifen und Piktogramme auf die Fahrbahn zu malen. Wer den Radverkehr wirklich fördern will, muss dem Auto Platz wegnehmen und die Menschen mit sehr guter Infrastruktur, Parkmöglichkeiten und anderen Angeboten zum Radfahren einladen. Dafür wollen wir Politikern Mut machen, denn es geht um ein völlig neues Verständnis von Mobilität!“ 

Deutschland feiert in diesen Tagen den 200. Geburtstag des Fahrrads. Was damals als exklusive Alternative zu Pferd oder Kutsche entwickelt wurde, ist zum hocheffizienten Massenverkehrsmittel geworden. Heute gibt es mit 73 Millionen Stück, darunter drei Millionen Pedelecs, fast doppelt so viele Fahrräder wie Autos. Die Produktvielfalt ist riesig, die Investitionsbereitschaft der Deutschen in Fahrräder und Zubehör steigt beständig. Aber der Boom scheint sich auf Sport und Freizeit zu beschränken, während es auf den unterdimensionierten Alltagsradwegen immer enger wird. Auf 15 Prozent will die Bundesregierung bis 2020 den Radverkehrsanteil steigern (derzeit: 12 Prozent). Beim derzeitigen Tempo wird das Ziel nach Berechnungen des ADFC aber erst 2043 erreicht.

Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt das Beispiel Niederlande: Seit den 1980er-Jahren fördern die Niederlande das Radfahren massiv und ermutigen Bürger, Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen. Auto-Zufahrtsmöglichkeiten in die Stadtzentren werden eingeschränkt, Parkgebühren erhöht, Kfz-Verkehrsflächen reduziert und Radwege gebaut, durchgängige Radverkehrsnetze und Parkmöglichkeiten angelegt sowie das Tempo innerorts auf einem Großteil der Straßen auf 30 km/h begrenzt. Der Erfolg ist durschlagend: 27 Prozent aller Wege werden in den Niederlanden mit dem Rad zurückgelegt, in Deutschland sind es nur 12 Prozent. Jeder vierte Niederländer pendelt mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit, in Deutschland nur jeder zehnte Arbeitnehmer. Durchschnittlich über 1.000 Kilometer legt jeder Niederländer pro Jahr auf dem Rad zurück, in Deutschland sind es dagegen nur 430 Kilometer.

Mehr Informationen zu der Aktion des ADFC finden Sie hier.

Straßenverkehrsordnung an Technik angepasst

Seit 1. Juni 2017 gelten neue Bestimmungen für Fahrräder

Berlin. Am 1. Juni 2017 sind die Änderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) bezüglich verschiedener technischer Anforderungen an Fahrrädern und E-Bikes in Kraft getreten. Neben der rechtlichen Gleichstellung von Fahrrädern und E-Bikes 25 – mit und ohne Anfahrhilfe – wurden umfangreiche Änderungen an den Vorschriften bezüglich der Fahrradbeleuchtung vorgenommen. Ab sofort dürfen Fahrradscheinwerfer und Rückleuchten mit zusätzlichen Funktionen wie Tagfahrlicht, Fernlicht und Bremslicht ausgestattet sein. Darüber hinaus sind Fahrtrichtungsanzeiger an mehrspurigen Fahrrädern oder solchen mit einem Aufbau erlaubt, bei denen das Handzeichen des Fahrers ganz oder teilweise verdeckt ist. Zusätzlich wurden Anforderungen an die lichttechnischen Einrichtungen an Fahrradanhängern in die StVZO aufgenommen. Den vollständigen Auszug aus dem Bundesgesetzblatt finden Sie hier.

Radfahrer nutzen ihre Räder immer häufiger

Laut einer Umfrage nutzen fast zwei Drittel ihr Fahrrad täglich

Esslingen. Der Trend zum Fahrrad als ideale Lösung für die Kurzstreckenmobilität setzt sich fort. Das Internet-Portal fahrrad.de der in Esslingen ansässigen internetstores GmbH veröffentlichte dazu aktuelle Zahlen in seiner „Studie zur allgemeinen Fahrradnutzung in Deutschland 2017“, für die rund 1.000 Nutzer befragt wurden. Mehr als 85 Prozent nutzen ihr Fahrrad für alltägliche Wege zur Arbeit oder zum Einkaufen, 78 Prozent für Freizeit-Touren und 77 Prozent für die sportliche Betätigung. 64,3 Prozent der Befragten gaben an, ihr Fahrrad täglich zu nutzen, 31,4 Prozent nutzen es mindestens einmal in der Woche. Das Zweirad ist also fester Bestandteil im Alltag vieler Menschen.